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Jan Frodeno-das Sommermärchen des Triathlons

Frodos Erfolg ist das Sommermärchen des Triathlons

Der Olympiasieg von Triathlet Jan Frodeno in Peking ist für ihn persönlich das Größte in seiner bisherigen Sportkarriere. Für den 27- Jährigen war es ein Rennen nach Maß mit einem Showdown, wie er nicht spannender hätte sein können. Nach einem taktisch klugen Rennen formierte sich Frodo zusammen mit den drei letzten Konkurrenten auf einer Linie.
Neben dem Hauptfavoriten Xavier Gomez (ESP) waren dies der Silbermedaillengewinner von Athen, Bevan Docherty (NZL) und der Goldmedaillengewinner von Sydney, Simon Whitfield (CAN). In einem unbeschreiblichen Finish war Gomez der erste, der die Segel streichen musste und mit Rang vier ohne Medaille blieb.
Der Neuseeländer Docherty errang Bronze und Jan Frodeno konnte seinen Endspurt durchziehen und den Kanadier übersprinten. Er gewann damit die Goldmedaille.

Viele aus der Triathlonszene wissen, dass Frodenos Karriere am ALZ Sigmaringen im Jahr 2002 begann. Der damalige Sunnyboy aus Kapstadt – zusammen mit seinen Eltern war er zehn Jahre zuvor von Deutschland nach Südafrika ausgewandert – erhielt seine ersten Trainingsstrukturen von Elmer Gneiting, der den ungeschliffenen Diamanten in Kapstadt traf und einlud, seine Karriere als Triathlet in Deutschland am ALZ zu beginnen. Der ehrgeizige Athlet machte daraufhin im Herbst 2001 sein Abitur an der Deutschen Schule in Kapstadt, erhielt dann die Trainingspläne per E- Mail aus Sigmaringen.
Im Trainingsmekka der Western Provinz, Stellenbosch, besuchte ihn Gneiting über die Weihnachtsferien 2002, trainierte mit ihm und konnte damals schon feststellen, dass Frodeno nicht nur Talent, sondern auch den nötigen Ehrgeiz mitbrachte, um sich im Triathlon zu behaupten.

Die weitere Karriere ist schnell beschrieben: Jan kaufte sich ein Flugticket aus dem Erlös seines alten Rennrades aus Südafrika, besorgte sich durch Beziehungen des ALZ für seine Wettkämpfe in Deutschland ein neues Rad, nahm am Trainingslager des ALZ in Italien teil und startete in seiner ersten Saison bei Bundesligarennen. Dort sorgte er ebenso für Furore wie bei den Deutschen Meisterschaften U- 23 in Losheim, wo er auf Anhieb Vizemeister wurde.
Der damalige Bundestrainer Ralf Ebli musste von Frodos Coach Gneiting nicht lange überzeugt werden; er wurde in den Nationalkader berufen. Trotz lukrativer Angebote anderer Bundesligisten blieb Frodeno dem ALZ auch im Jahre 2003 erhalten, startete erstmals international und wurde 2004 Vizeweltmeister U- 23. Nach etlichen Erfolgen bei Weltcups, Deutschen- und Europameisterschaften krönte er seine noch junge Karriere mit dem Sieg in Peking.

Die aktuellen Starter des ALZ, Debbie Tanner aus Neuseeland und Sander Berk aus Holland schlugen sich in Peking ebenso prächtig. Im Damenrennen wurde Tanner 10. und Berk absolvierte vielleicht das beste Rennen seiner Karriere. Er wurde 16. in dem Weltklassefeld.
Daniel Unger wurde 6. und zeigte ein weiteres Mal, dass er zur absoluten Spitze im Triathlon gehört. Der dritte deutsche Starter Christian Prochnow rundete mit dem 15. Rang das außergewöhnlich gute Abschneiden der Deutschen ab.